Hej, hej – Unsere Musicalfahrt nach Schweden 2017

Unser erster Tag: Fahrt und Ankunft

Die Fahrt war ziemlich lang, aber wir haben uns mit Spielen und Liedern die Zeit vertrieben. Kurz nach der schwedischen Grenze haben wir während unserer letzten Pause sogar einen Blumenstrauß für Dörte gepflückt. Sie hat sich sehr gefreut!

Nachdem wir in Borrby angekommen waren, haben wir uns erst einmal das tolle Haus genau angeschaut. Es ist sehr groß und schön. Dann haben wir die Schlafplätze aufgeteilt. Manche schlafen im Wohnzimmer, einige oben im Nachbarzimmer von Dörte und Frau Näveke und andere schlafen draußen im Zelt. Das Zelt haben Chris und Jörn aufgebaut. Chris schläft in einem Nachbarzelt, das finden wir super.

Abends gab es dann Nudeln mit leckerer Tomatensoße. Anschließend sind wir noch zum Strand gefahren. Der ist wahnsinnig schön! Wir haben gleich die Schuhe ausgezogen, gespielt, Brücken und Staudämme gebaut und uns vor dem Schlafengehen nochmal so richtig ausgetobt. Und wisst ihr, was lustig ist? Der Sand quietscht total, wenn man auf ihm läuft oder darin buddelt!

Unser zweiter Tag, Teil 2: Kartoffelspalten, Cheddar und Demokratie(Teil 2)

Das Frühstück heute Morgen war sehr lecker. Neben schwedischem Käse und schwedischer Wurst gab es sogar Nutella. Das schwedische Brot haben wir immer „Kakabrot“ genannt – nein, das ist hier kein Schimpfwort, sondern „Kaka“ heißt auf Schwedisch „Kuchen“ oder auch „Teiggebäck“. 🙂

Nach dem Frühstück haben wir die erste Musicalprobe gemacht. Alle haben laut gesungen und ihre Texte geübt. Dörte hat dazu natürlich Klavier gespielt und Frau Näveke hat diese Texte getippt und sie zusammen mit den Fotos nach Hamburg geschickt. Wir hatten großen Spaß bei der Probe! Und dann kam noch was Tolles: Wir machten uns auf den Weg nach Ystad…

In Ystad angekommen, sind wir mit unserem Taschengeld shoppen gegangen. Im coolsten Laden der Stadt haben wir uns witzige Kleinigkeiten gekauft. Dabei haben wir mit den Verkäufern sogar Englisch gesprochen, was richtig gut funktionierte. Nach der Shoppingtour sind wir in dem schwedischen Burgerladen „Max“ Hamburger und Cheeseburger essen gegangen. Die schmeckten super!

Nach dem Essen fuhren wir nach Kåseberga. Dort gibt es einen Anleger und rechts und links Steilküste. Wenn man den steilen Hügel hinaufgeht, kommt man an vielen Schafen vorbei zu „Ales Stenar“ – Schwedens „Stonehenge“. Das ist eine Ansammlung von großen und kleineren Felsbrocken, die im Kreis angeordnet sind. Keiner weiß so richtig, wie sie entstanden ist – das ist bis heute ein ungeklärtes Rätsel. Wir haben versucht, alle Steine zu zählen. Unsere Ergebnisse waren gar nicht schlecht, aber nur Johanna hat die richtige Anzahl herausgefunden: 59!

An der Klippenkante des Hügels haben wir dann den Blick aufs Meer bewundert und unten am Strand einen alten Bunker und eine rätselhafte Inschrift aus Steinen entdeckt. Wir wollen noch herausfinden, was sie bedeutet…

Als wir wieder unten am Anleger waren, haben wir ein megacooles Geschenk als Erinnerung an unsere Schwedenreise bekommen: Ein besticktes Schwedenarmband!

Von „Ales Stenar“ und Kåseberga aus ging es noch einmal zum Strand, wo wir weiter an unseren Ideen von gestern gebaut haben.

Zum Abendessen gab es dann Kartoffelspalten, Köttbullar und Gemüse. Und dabei haben wir zwei wichtige Dinge gelernt:

  1. Die Kinder: Wenn sich die Mehrheit am Tisch Ruhe wünscht, muss die Minderheit das akzeptieren und den Mund halten – das ist Demokratie! 🙂
  2. Die Erwachsenen: In Amerika gibt es hauptsächlich eine Käsesorte: Cheddar!;-)

Und weil wir ja schließlich ein tolles Musical aufführen wollen, haben wir vor dem Schlafengehen eine weitere Probe gemacht, die richtig gut war!

Unser dritter Tag: Werwölfe, Ritter, „The King“, Helga und Jochen

Schon nach dem Aufstehen war es klar: Heute ist es sehr windig! So windig, dass wir nach dem Frühstück ausführlich im Haus „Werwolf“ gespielt haben. Keine Angst –  bei diesem Kartenspiel verwandelt man sich nicht wirklich in Monster! 😉

Anschließend fuhren wir zu einer alten Ritterburg. Sie heißt „Glimmingehus“. Dort gibt es einen Burggraben mit Fischen. Der Wind war so stark, dass er uns stehend fast gehalten hätte. In der Burg war es dunkel und kalt. Allerdings hat diese Burg tatsächlich eine Art Heizungssystem: Von Feuerstellen aus führen Luftschächte im Mauerwerk in alle Burgräume. Die aufsteigende heiße Luft erwärmte die Räume dann wenigstens ein bisschen. Wandteppiche sollten auch dafür sorgen, dass die Mauern weniger Kälte abgaben. Und wir konnten gut erkennen, dass die Menschen früher viel kleiner waren, denn die Türen und Durchgänge waren ganz niedrig und klein. Chris musste sich ganz schön bücken und passte nur an einer Stelle aufrecht durch die Tür.

Mehrere schwedische Schulklassen waren auch dort und Burgangestellte in historischen  Gewändern erklärten ihnen die Burgräume und das Burgleben. Im Gegensatz zu uns benahmen sich die schwedischen Schulkinder aber ganz schön schlecht. Wir waren froh, wenn wir ohne sie in einem Raum waren und Dörte, Frau Näveke und Chris uns alles Interessante in Ruhe erklären konnten. In den Räumen des Burgfräuleins gibt es zum Beispiel am Fenster Sitzbänke. Von dort aus konnte das Burgfräulein aus dem Fenster schauen und sehnsüchtig auf ihren liebsten Ritter warten – ganz so wie Burgfräulein Bö auf Ritter Rost! 😉 Neben der Burg ist ein kleines Museum. Davor steht ein echter Pranger, mit dem die Menschen im Mittelalter gefoltert wurden. Den probierten wir dann aus Spaß aus, sind aber ganz schön froh, dass wir nicht im Mittelalter gelebt haben und nicht solche Strafen erleben mussten.

Für schwedische Schulkinder ist es übrigens Pflicht, dass sie einmal in ihrer Schulzeit für eine Woche mit ihren Lehrern in der Ritterburg leben. Und zwar genau so, wie es damals die Menschen auf dieser Burg taten. Sie schlafen dann auch draußen in richtigen Ritterzelten. So sollen die Kinder lernen, sich besser in die mittelalterliche Zeit hineinzuversetzen. Ist das nicht eine tolle Idee?

Hungrig fuhren wir dann zurück zum Haus nach Borrby, wo es für uns leckere Kekse und leckeren Kakao gab. Danach spielten wir im Garten: Unser Stuntman Felix übte Kunststücke auf der Schaukel und die Tanzgruppe „MCE“ studierte coole Choreographien ein, die sie dann mit viel Applaus aufführte.

Abends fuhren wir zu Dörtes Freunden Helga und Jochen, die einen superschönen Hof mit einer großartigen Scheune haben. So etwas Tolles habt ihr noch nicht gesehen! Auf dem Hof grillten dann die starken Kerle unserer Gruppe leckere Würstchen. In  der Zwischenzeit machten wir eine weitere Musicalprobe, denn in Helgas und Jochens Scheune steht auch ein Klavier. Anschließend bauten wir in der Scheune ein tolles Buffet auf, aßen alle gemeinsam an einer langen Tafel und tranken Saftcocktails. Und dann wurde zu Elvis „The King“ und anderen Rocksongs getanzt. Es ging richtig ab und auch Helga und Jochen (Sie sind 81 und 82 Jahre alt!) waren voll dabei. Es war der Hammer! :-)) Am Ende haben wir für die beiden dann noch das ganze Musical aufgeführt. Sie waren ein tolles Testpublikum und haben uns wertvolle Tipps für unsere nächste Probe gegeben. Es war ein großartiger Abend!

Unser vierter  & fünfter Tag: Strandgrillen, Probe und „Adjö Sverige!“

Obwohl es unser letzter ganzer Tag in Schweden war, hatten wir nach der vorabendlichen tollen Probeaufführung und der anschließenden herrlichen Tanzparty schon beim Aufstehen beste Laune! Das Wetter war fantastisch und unsere liebe Dörte hatte für uns wie jeden Tag ein leckeres Frühstück gezaubert.

Nach dem Frühstück packten wir alles für eine mittägliche Grillsession am Strand ein. Das war ganz schön viel zu tragen, aber alle Erwachsenen halfen mit. Dann ging es los zu einem ganz besonderen Strand: Wenn ihr die Bilder seht, werdet ihr kaum glauben, dass dieser Strand tatsächlich in Schweden liegt! Dörte nennt ihn immer „Strand an Schwedens Adria“ – und das ist die perfekte Bezeichnung! Das Wasser, der Strand und die umliegende Natur sind atemberaubend schön. In Wirklichkeit liegt der Strand unterhalb des Fischerdorfes „Knäbäckshusen“ und heißt „Rörum-Strand“.

Am Rand einiger Strandabschnitte befindet sich dort eine Art Lehm-Sand-Gemisch, aus dem wir richtig tolle Gegenstände geformt und diese dann auf dem Grill gebrannt haben. Auch für Dörte, die einfach alles so toll für uns gestaltet hat, haben wir ein Herzchen geformt. Aber heimlich, so dass sie nichts davon mitbekommen hat – es sollte ja eine Überraschung werden!

Mittags gab es dann superleckere Würstchen vom Grill, dazu Brot, Dipp, Kartoffeln, Äpfel und Wasser. Wir fühlten uns wie in der Südsee! Nach dem Mittagessen tobten wir uns nochmal so richtig am Strand aus, bevor es zurück ins Haus ging. Unterwegs kamen wir wieder an vielen „Wallander“-Drehorten vorbei, die Dörte alle kennt, wodurch wir wieder einiges gelernt haben – Kinder und Erwachsene. Falls ihr nicht Bescheid wisst: „Wallander“ ist die Hauptfigur in vielen Kriminalromanen des schwedischen Autors Henning Mankell…Im Haus angekommen, machten wir eine letzte Probe und verbrachten noch die letzten Stunden an unserem gewohnten Strand. Abends gab es noch ein leckeres Essen und dann begann das große Packen für den nächsten Tag – unseren Abfahrtstag. Müde und glücklich fielen wir ins Bett.

Am Freitagmorgen war dann große Aufbruchsstimmung: Die Erwachsenen packten die Busse, putzten das Haus und richteten alles für die sichere Abfahrt her. Der Abschied fiel uns sehr schwer, obwohl wir uns natürlich auch ein bisschen auf zu Hause freuten…;-) Die Fahrt war megalustig – wir sangen, spielten, tüftelten an geheimen Geschäftsideen weiter, schnabbulierten Leckereien, machten Lach- , Ess- und Gymnastikpausen und fuhren schließlich mit der Fähre zurück…nach Deutschland. Am frühen Abend kamen wir wieder auf dem Schulhof an und wurden stürmisch von unseren Eltern empfangen. Auch Herr Meisenburg war dort und begrüßte uns. Die Freude war auf allen Seiten groß!

Zum Abschluss können wir alle nur sagen: Ganz herzlichen Dank, liebe Dörte! Du hast uns eine fantastische, künstlerische, intensive, lehrreiche, lustige, interessante und unvergessliche Reise in ein wunderbares Land ermöglicht! Daran werden wir uns immer erinnern. Und auch ein großes Dankeschön an die erwachsen Begleiter, die bei allem geholfen, unterstützt und begleitet haben. Jetzt freuen wir uns auf eine tolle Musicalaufführung, die bestimmt ein voller Erfolg wird!